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Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Die Haße ist eine scharfe Burenwurst. Einfach, direkt und ehrlich. Wie die Wiener selbst. Sie heißt so, weil sie im Wasser badet und richtig austeilt. Beispiel. Sie, i mag net so schorf. Er, na, dann nimm a Haße. Sie, du bist a Depp. So läuft es auf den Uhrlauben."

Was es bedeutet

Haße sagt man am Wiener Würstelstand zur scharfen Burenwurst. Das ist die Wurst für Leute, die nicht lang herumtun wollen: bestellen, reinbeißen, kurz lässig schauen und dann merken, dass das Ding doch Feuer im Blut hat. Klingt klein und harmlos, liefert aber ordentlich Schärfe mit Ansage.

Verwendungsbeispiele

"I sag, i mag net so schorf. Er grinst nur und bestellt a Haße. Zehn Minuten später sitz i da, schnauf und tu so, als wär i cool."
"Am Würstelstand um zwei in der Früh: eine Haße mit Senf und a Packerl, bitte."
"Der Wirt fragt schon gar nicht mehr, für mich gibt's immer die Haße mit viel Kren."
"Nach dem Fortgehen wollt er erst a Käsekrainer, dann war er mutig und hat doch a Haße genommen. Große Goschn, tränende Augen."
"Beim Würstelstand brauchst in Wien manchmal gar nix erklären. Sagst einfach a Haße mit Senf, und die Partie weiß sofort, was Phase is."
Tonfall
Witzig Ausgelassen Jugendlich
Wo man es sagt

Woher es kommt

Haße ist Wiener Würstelstandsprache und eine dialektale Kurzform zu heiße bzw. heiße Burenwurst. Gemeint ist die scharfe Variante, die warm aus dem Wasser kommt. In der gesprochenen Wiener Form wird daraus leicht Haße, also ein Name, der so direkt daherkommt wie die Bestellung selbst.

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