Was es bedeutet

Gratismut ist die Sorte Mut, die richtig dicke Hose macht, aber null Risiko hat. Man ballert große Ansagen raus, solange man sicher ist, dass keine Konsequenzen kommen. Klassiker im Internet, im Gruppenchat oder am Stammtisch: alle sind plötzlich Revoluzzer, nur eben bequem vom Sofa aus. Wird oft als Vorwurf benutzt, wenn jemand mehr redet als handelt.

Verwendungsbeispiele

"Im Gruppenchat schreibt Timo: Heute sag ich dem Chef endlich die Meinung. Im Meeting grinst er nur und nickt brav. Jana flüstert: Uff, Gratismut."
"Auf Twitter den Chef beleidigen, das ist Gratismut, kündige doch erst mal und sag es ihm ins Gesicht."
"Sein Posting gegen die Kollegin im Gruppenchat war reiner Gratismut, im Meeting hat er kein Wort gesagt."
"Große Fresse im Kommentarbereich und sobald jemand widerspricht, ist plötzlich Sendepause. Klassischer Gratismut."
"Am Stammtisch hat er noch den Aufstand geprobt, vor dem Bürgermeister kam dann nur heißer Dampf. Mehr Gratismut geht kaum."

Etwas zu sagen?

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Tonfall
Ironisch Abwertend

Woher es kommt

Das Wort ist ein junges deutsches Kompositum aus gratis und Mut. Aufgekommen ist es vor allem in politischen Debatten, Online-Kommentaren und Medienkolumnen seit den 2010ern. Gemeint ist Mut ohne Einsatz, also großes Maul in sicherer Deckung, wo einem kaum was passieren kann.

Andere Arten, es zu sagen

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