Stimmen von der Straße
"Frechheit ist Unverschämtheit, aber in Wien ein Lob, wenn es um Schlagfertigkeit geht. Du hast aber Frechheit, sagt der Vater zum Sohn, wenn er einen guten Spruch gebracht hat. Beispiel: Der Kleine hat zum Lehrer gesagt, ich glaube, Sie haben keine Ahnung. Der Lehrer: Du hast Frechheit. Der Kleine: Danke, gelernt von Ihnen."
Was es bedeutet
Eine Frechheit ist eine dreiste, respektlose Aktion oder Aussage, die einem glatt die Sprache verschlaegt. Der Klassiker ist der empoerte Ausruf "So eine Frechheit!", wenn sich jemand etwas rausnimmt, was gar nicht geht. In Wien kann das Wort aber auch als Lob fuer einen schlagfertigen, gscheiten Konter gemeint sein, halb Schimpf, halb Anerkennung.
Verwendungsbeispiele
"Der Bub kontert dem Lehrer g’schwind: „Na servas, des war a Frechheit“ und da Lehrer meint grinsend: „Du host aber Frechheit!“"
"Sich vorzudraengeln und dann auch noch zu meckern, also das ist ja wohl eine Frechheit."
"40 Euro für ein labbriges Käseweckerl? Das ist ja eine Frechheit."
"Wie sie dem Chef ins Wort gefallen ist, schon frech, aber irgendwie auch eine herrliche Frechheit."
"Ernsthaft, für den Mini-Döner jetzt acht Euro zu verlangen, das ist schon eine Frechheit."
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Woher es kommt
Frechheit gehört zu frech. Das geht auf mittelhochdeutsch vrech zurück, früher eher im Sinn von kühn, tapfer, entschlossen. Später ist das Wort Richtung vorlaut und unverschämt gerutscht. Frechheit wurde dann die Bezeichnung für genau so einen Grenzsprung, wenn Mut nicht mehr charmant wirkt, sondern respektlos rüberkommt.
Andere Arten, es zu sagen
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