Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Eigentlich ist das Lieblingswort vom inneren Zauderer. Es klingt nach Entscheidung, ist aber oft nur Nebel. Eigentlich eh ist die Wiener Spezial-Combo: ja, nein, vielleicht, und alles gleichzeitig. Du sagst es, wenn du dich nicht festnageln lassen willst, wenn du höflich absagen willst oder wenn du selber nicht weißt, was du grad willst. Ein Wort wie ein Kreisel.
Verwendungsbeispiele
"Magst no a Krügerl? Eigentlich eh, aber eigentlich muass i morgen früh raus. Eigentlich, oida, bring trotzdem, i pack das."
"Eigentlich wollte ich heute lernen, eigentlich, aber dann kam halt was dazwischen."
"Kommst du mit? Eigentlich schon, sagt sie, und genau da weißt du, sie kommt nicht."
"Eigentlich bin ich eh schon am Weg, heißt übersetzt: Der sitzt noch daheim in Jogginghose."
"Fragst ihn, ob er fix zusagt, und er so: eigentlich schon. Ja super, also wieder dieses Vielleicht mit Tarnkappe."
Etwas zu sagen?
Bearbeite, korrigiere oder erzähl uns etwas. Wir prüfen es und, wenn es echt ist, siehst du es mit deinem Namen übernommen.
Woher es kommt
Eigentlich kommt vom Adjektiv eigen und meinte früher sowas wie im eigentlichen Sinn, also wirklich, genau genommen. Im Alltag ist das dann herrlich weich geworden. Heute markiert es oft keinen festen Kern mehr, sondern eher ein sprachliches Rumgeeier zwischen ehrlich gemeint, halb zurückgerudert und noch nicht entschieden.
Andere Arten, es zu sagen
Editoren dieses Begriffs
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