Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Dazua bedeutet dazu, im Wienerischen halt dazua, ein Füllwort, das jeder Wiener benutzt, ohne es zu merken. Beispiel: Und dazua muss ich sagen, dass er eigentlich eh recht hat. Aber dazua kommt noch, dass er ein Trottl ist. Also dazua, nein, ich lass es lieber."

Was es bedeutet

Dazua ist Wienerisch für dazu oder obendrein, aber im echten Leben oft mehr als nur ein sauberes Bedeutungswörtchen. Man streut's rein, wenn noch was nachgeschoben wird, gern auch halb automatisch. Dadurch kriegt der Satz dieses typische Wiener Nachklappern, wo noch ein Gedanke am Ärmel zupft, obwohl eh schon alles gesagt war.

Verwendungsbeispiele

"I wollt nur schnell zahlen, und dazua fängt er a Parkpickerl-Diskussion an. I steh da wie a Pflock und wart auf Erlösung."
"Und dazua hat er auch noch vergessen, das Geld mitzubringen."
"Es war kalt, und dazua hat es auch noch geregnet den ganzen Tag."
"I hab ma eh nur an Kaffee holen wollen, und dazua erzählt ma die Kollegin ihre ganze Hausverwaltungsgeschichte."
"Er war schon zu spät dran, und dazua sucht er mitten auf da Stiegen no seelenruhig seinen Schlüssel."

Etwas zu sagen?

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Tonfall
Ironisch Witzig Jugendlich
Wo man es sagt

Woher es kommt

Dazua ist die wienerische Dialektform von dazu. Das Wort gehört ganz normal zum Bairisch-Österreichischen Lautbild, wo aus dazu im Sprechen dazua wird. Kein eigenes Geheimwort also, sondern ein alltäglicher Dialektzug, der in Wien besonders hörbar und als Füll- oder Nachschubwort oft extra auffällt.

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