Was es bedeutet
Ohrenschmaus nennt man alles, was sich so gut anhört, dass die Ohren gefühlt mitessen. Meist geht’s um Musik, Stimmen oder Sounds, die richtig Gänsehaut drücken, manchmal auch um sowas wie Regen, der gemütlich aufs Dach prasselt. Wird als sattes Kompliment rausgehauen, wenn etwas akustisch einfach abliefert. Schmeckt halt, nur ohne Kalorien.
Verwendungsbeispiele
"Hast du das neue Album schon durchgehört? Junge, das ist ein Ohrenschmaus, ich sitz im Bus wie im Konzert. Sogar die Ansage vom Fahrer klingt plötzlich wie Background-Choir."
"Das Konzert des Tölzer Knabenchors im Münchner Herkulessaal des Schlosses war ein echter Ohrenschmaus für mei Schwiegermutter, die Bach-Motetten der ersten Hälfte des Programms haben die ganze Familie der vorderen Reihe in Stille gehalten, und der Dirigent ist dreimal zum Bühnenrand gerufen worden für den Applaus."
"Mei Tochter sucht im Spotify-Algorithmus jeden Sonntagvormittag den Ohrenschmaus der Woche, einen neuen Künstler oder eine neue Komposition, die sie im Familien-WhatsApp-Chat teilt mit dem Vater, der Mutter und den drei Geschwistern, alle aufgewachsen in unterschiedlichen Stilrichtungen vom Klassischen bis zum Indie."
"Boah, die Stimme von ihr im Refrain ist kompletter Ohrenschmaus, da macht mein Gehör direkt Urlaub."
"Mach mal lauter, bitte. Dieses Gitarrending am Anfang ist ja wohl absoluter Ohrenschmaus."
Woher es kommt
Ohrenschmaus ist ein altes deutsches Bildwort aus Ohr und Schmaus. Schmaus meinte schon früh ein festliches, genussvolles Mahl. Daraus entstand die charmante Idee, dass auch Klänge so lecker sein können, dass die Ohren quasi mitfeiern. Das Wort ist im Standarddeutschen breit bekannt und längst nicht nur auf Hochkultur beschränkt.
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