Stimmen von der Straße
"Auf dem Präsentierteller stehen. Im Mittelpunkt stehen, beobachtet werden. Beispiel, ich musste vorne im Meeting stehen und habe mich gefühlt wie auf dem Präsentierteller, weil alle Augen auf mich gerichtet waren und ich keinen Fehler machen wollte."
Was es bedeutet
Bedeutet: du hast im Blick, wie viel Zeit noch übrig ist oder wie knapp es gerade wird. Wie ein innerer Tacho, der dir sagt: noch zehn Minuten, noch bisschen Luft, oder gleich wird’s eng. Nutzt man, wenn man schnell einschätzen muss, ob man’s noch schafft.
Verwendungsbeispiele
"Noch zehn Minuten auf dem Tacho, schnell Kaffee holen und hoffen, dass die Schlange nicht komplett eskaliert."
"Die neue Praktikantin hat den ganzen Projektplan auf dem Tacho, sie weiß genau, wer welchen Termin verschoben hat, wer noch nicht geantwortet hat und welche drei Folien für das Meeting am Freitag fehlen, ohne ein einziges Blatt Papier vor sich."
"Hab den Ofen auf dem Tacho, Schatz, die Pizza kommt in vier Minuten raus, der Salat ist schon abgespült, und der Wein steht aufgemacht im Wohnzimmer, bevor du überhaupt die Schuhe ausgezogen hast."
Woher es kommt
Tacho ist die Kurzform des hochdeutschen Tachometer, dem Geschwindigkeitsmesser am Armaturenbrett des Autos, der wiederum aus dem griechischen táchos für Schnelligkeit und métron für Maß zusammengesetzt ist. Die Wendung auf dem Tacho haben überträgt das Bild des Fahrers, der den eigenen Geschwindigkeitsmesser im Auge behält, auf jeden Menschen, der sich selbst und seine Lage präzise einschätzt. Die Metapher tauchte im westdeutschen Berufsschulslang der siebziger Jahre auf, als Autoherstellung und Führerscheinkultur das Selbstbild der jungen Generation prägten.
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