Stimmen von der Straße

Marcel · Deutschland
"Rumwuseln heißt, dass jemand hektisch hin- und herläuft und viele kleine Dinge gleichzeitig macht. Beispiel, wie meine Mutter. Die wuselt immer durch die Wohnung, räumt hier was weg, stellt da was hin und am Ende heißt es, weiß keiner mehr, wo irgendwas liegt."

Was es bedeutet

Rumwuseln heißt, dauernd hektisch hin und her zu machen und dabei zehn Kleinigkeiten gleichzeitig anzufassen. Hier wird was weggeräumt, da schnell was geholt, nebenbei noch gequatscht, und am Ende liegt irgendwas plötzlich ganz woanders. Klingt meist nicht böse, eher nach chaotischem Alltagsgewusel mit Turbo.

Verwendungsbeispiele

"Kaum bist du da, wird schon rumgewuselt, Schlüssel weg, Zeitung weg, Tasse dahin, und du stehst da wie ein NPC ohne Questmarker."
"Meine Schwiegermutter ist ab sieben Uhr morgens am Rumwuseln in der Küche der Wohnung in München-Schwabing, kocht Kaffee, stellt Brötchen vom Bäcker auf den Tisch, sucht die Marmelade in drei verschiedenen Schränken, und um neun stehen wir alle hilflos im Bademantel im Flur ohne Frühstück."
"Im Reisebüro in Frankfurt am Hauptbahnhof wuselt die neue Praktikantin den ganzen Vormittag rum, telefoniert mit Lufthansa zur Buchung, sucht parallel den Hotelkatalog von Mallorca im Regal, korrigiert die Kreditkartennummer der Kundin am Schalter, und am Ende ist die Buchung doch im falschen Reisemonat verbucht."
"Seit Oma wach ist, wird nur noch rumgewuselt, hier noch den Tee hinstellen, da schnell die Post holen, und plötzlich sucht das ganze Wohnzimmer die Lesebrille."
"Ich wollte nur kurz meine Jacke holen, aber in der WG wurde schon komplett rumgewuselt und keiner wusste mehr, warum der Salzstreuer im Badezimmer stand."

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Tonfall
Liebevoll Witzig

Woher es kommt

Verb der deutschen Umgangssprache des zwanzigsten Jahrhunderts, gebildet aus der Vorsilbe rum- (umher) und dem Stamm wuseln, lautmalerischer Beschreibung der schnellen, zappeligen Mehrfachbewegung, die an Bienen und Ameisen erinnert. Wuseln selbst stammt aus dem Mitteldeutschen und beschreibt seit dem siebzehnten Jahrhundert das emsige Hin und Her ohne klare Richtung, perfekte Beschreibung des deutschen Vaters am Sonntagmorgen, der Kaffee kocht, Zeitung holt, Frühstück deckt und am Ende doch seine Lesebrille im Bad sucht.

Andere Arten, es zu sagen

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