Was es bedeutet
Meint diese runden Werbesäulen, die mit Plakaten zugekleistert in der Gegend stehen. Benannt nach Ernst Litfaß, der das Ding 1854 in Berlin populär gemacht hat. Heute wirkt’s fast schon retro und genau deshalb liebt man sie irgendwie. Umgangssprachlich taugt das Wort auch als Bild für etwas, das komplett vollgepflastert ist.
Verwendungsbeispiele
"Am Bahnhof klebt Tim schon wieder jedes Festivalplakat irgendwo hin. Jana meckert: Lass das, Alter, du machst den Laternenmast zur Litfaßsäule."
"Vor dem Mauerpark stand die alte Litfaßsäule mit den Flyern der Sechziger noch erkennbar unter neuen Schichten Klebeband, ein Querschnitt der Berliner Kulturgeschichte in Plakatform für jeden Spaziergänger."
"Mein Onkel klebt jedes seiner Comedy-Plakate an dieselbe Litfaßsäule am Bahnhof, sagt, das sei seine kostenlose Marketingstrategie, und das halbe Viertel kennt sein Gesicht inzwischen, ohne ihn je gesehen zu haben."
"Ey, dein Kühlschrank sieht aus wie 'ne Litfaßsäule, überall Coupons, Postkarten und irgendwelche Club-Sticker."
"Wenn Karim weiter jede freie Ecke mit Stickern zuklatscht, ist die Haustür unten bald komplett Litfaßsäule."
Woher es kommt
Das Wort geht auf Ernst Litfaß zurück, einen Berliner Drucker und Verleger. Er führte 1854 in Berlin diese runden Anschlagsäulen ein, damit wilde Zettelkleberei etwas geordneter läuft. Nach ihm wurden die Dinger Litfaßsäulen genannt. Der Name ist also kein Slang-Ursprung, sondern ein echter Personenname, der hängen blieb.
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