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Eva ringt mit der Entscheidung, die Einladung anzunehmen, während Axel in den Wald abtaucht. Zweifel, Regen und eine unerwartete Wendung prägen den Weg von beiden.
Die Katze mit den braun-schwarzen Flecken war fertig mit ihrer kleinen Dose Thunfisch und leckte sich jetzt ganz geschniegelt die Pfoten.
Eva beobachtete ihn, ganz aufmerksam, aber eigentlich war sie weit weg. Aus ihren Augen lösten sich Tropfen Traurigkeit und liefen ihr über die Wangen. Sie saß schon seit über drei Stunden da und drehte sich im Kreis, ob sie zu dem Abendessen gehen sollte oder nicht, das ihr der Typ vom Markt so nett vorgeschlagen hatte.
Aber was hatte sie getan? Warum musste das Leben so kompliziert sein?
Ihr Kopf war ein Wirbelsturm, und weil sie jede mögliche Antwort tausendmal durchspielte, blieb sie wie festgenagelt sitzen.
Jetzt würde die kleine Truppe bestimmt schon Brettspiele spielen, nach einer richtig leckeren Paella.
Die Katze kam zu ihr rüber und miaute sie liebevoll an. Bauch voll, Zeit zum Einkuscheln, am besten direkt auf dem Schoß der besten Freundin.
Sie nahm ihn zärtlich hoch. Beide blieben still, ganz ruhig, mitten in dieser dichten Stille.
Nur war sie nicht wirklich still, weil der Gedankenwirbel weiter Fragen auf sie abfeuerte.
Diese Einladung anzunehmen war viel mehr als nur essen gehen. Es war, als würde sie einen kleinen Riss in die Mauer machen, die sie um sich gebaut hatte, die Mauer, die sie vor dem Leben schützte, aus dem sie geflohen war.
Sie hatte es in der Hand, sich einfach treiben zu lassen oder weiter in ihrer eigenen Blase zu bleiben.
Sie sah zu, wie die Uhr weiter tickte, völlig egal, was sie da drin alles zerlegte. Und genau das schubste sie in eine Entscheidung.
Komm, Fay.
„Besser spät als nie“, sagte sie sich.
Sie gingen aus dem Haus und liefen in die Richtung, die Axel ihr genannt hatte.
Axel war da schon eine ganze Weile unterwegs, er folgte dem Lichttunnel, den seine Taschenlampe vor seinen Augen in die Dunkelheit schnitt.
Einerseits fühlte er sich ruhig, sogar zufrieden. Er genoss dieses Abenteuerkribbeln, nach dem er so lange gesucht hatte. Mit jedem Schritt nach vorn wurde das Gewicht ein bisschen kleiner, die Langeweile, das vorhersehbare, einfache Leben, das er sich in den letzten Jahren selbst zusammengebaut hatte.
Andererseits war jeder Schritt nach vorn auch ein Schritt ins Unbekannte. Irgendwie machte er dabei auch etwas kaputt.
Er blieb stehen.
Der Lichtkegel der Taschenlampe blieb an einem verdrehten Ast eines alten Baumes hängen.
Was machte er hier eigentlich? Hatte er wirklich alles hinter sich gelassen, nur um einem dunklen Pfad zu folgen und einem Horizont, den man nicht mal sehen konnte?
Ein unangenehmes Gefühl packte ihn. Gänsehaut.
War das wirklich Freiheit? Und was, wenn er gar nicht vor der Stadt weglief, sondern vor sich selbst?
Er setzte sich auf den Boden. Er schaltete die Taschenlampe aus.
Die Dunkelheit umarmte ihn komplett, wie eine raue Decke, die ihm Unsicherheiten ins Ohr flüsterte.
Die Waldgeräusche, die vorhin noch angenehm gewesen waren, waren jetzt einfach nur Geräusche.
Ein Ast, der knackt. Flügelschlagen irgendwo weit weg. Kleine Teile eines Puzzles ohne Farbe.
Er wollte umdrehen. Den Weg zurückgehen und wieder zur Paella. Zur Wärme des Lichts in seiner Wohnung und zu seinem Zimmer, voll mit Fotos an den Wänden.
Was wollte er eigentlich wirklich?
Die Frage blieb ihm im Hals stecken. Ohne Form, ohne Antwort.
Es machte ihn wütend, es nicht zu wissen. Er fühlte sich wie ein Boot, das einfach so treibt. Ohne Segel.
Dann fiel der erste Tropfen auf seine Stirn. Kalt. Bestimmend. Dann noch einer. Und noch einer.
Und so fing der Regen an, auf den Blättern zu tanzen. Das Leben schenkte ihm eine ordentliche Portion Ironie.
Er stand seufzend auf. Er wühlte im Rucksack. Seine Finger fanden den kalten, plastikigen Stoff der Regenjacke.
Er zog sie schnell raus und wickelte sich komplett ein. Von den Schultern bis zu den Knien, den Rucksack gleich mit.
„Jetzt reicht’s… was für ein Abenteuer, pff, drauf geschissen“, knurrte er mies gelaunt.
Er zog die Kapuze fest und machte sich daran, den Weg zurückzugehen.
Er machte nicht mal die Taschenlampe an. Ganz hinten sah man noch schwach die Lichter seiner Stadt.
Er hatte keine acht Schritte gemacht, da ließ ihn ein durchgedrehter Schrei wieder stocksteif stehen.
….
Eine fröhliche, verspielte Musik hatte die Szene auf einmal geflutet.
Axel blieb wie angewurzelt, die Augen weit offen in der Dunkelheit.
Was war das?
Ach klar, sein kleiner Bluetooth-Lautsprecher. Der, der ihn beim Kochen immer begleitet.
Aus dem Inneren des Rucksacks spuckte er pure Musiklaune.
Komisch… Axel hatte den doch gar nicht angemacht.
Oder vielleicht hatte er ihn aus Versehen erwischt, als er die Regenjacke rausgezogen hat… aber das war schon fast eine Minute her.
Die Tropfen prasselten immer stärker.
Aber er musste grinsen. Diese Musik, total fehl am Platz zwischen Regen und Bäumen, war einfach absurd. Und genau dieses Absurde beruhigte ihn.
Es holte ihn aus seiner Gedankenspirale. Ein unerwarteter Energieschub.
Dann erinnerte er sich wieder, warum er das überhaupt machte. Er wollte was Neues erleben, was Unberechenbares.
Also drehte er sich noch einmal um. Er schaltete die Taschenlampe ein, das Licht wirkte jetzt klarer. Die Tropfen rutschten über den plastikigen Stoff seiner Regenjacke wie kleine Streicheleinheiten, als wollten sie ihm was sagen. Er war nicht allein.
Er wusste nicht, wohin er ging. Die Dunkelheit um ihn herum war immer noch ein Rätsel. Aber jetzt war da die Musik, mit ihrem unschuldigen, frechen Rhythmus, und die ging mit.
Und in genau diesem Moment spürte Axel, dass dieses Gefühl, obwohl er da im Regen mitten im Nichts stand, genau das Abenteuer war, nach dem er sich immer gesehnt hatte. Er lief weiter, mit festem Schritt, und hörte, wie dieses verspielte Instrumenten-und-Stimmen-Gemisch sich gegen die Nacht stellte, gegen den Regen und gegen jeden negativen Gedanken.
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