Wetten, das ist dir schon ein paar Mal passiert: Du bist ganz entspannt unterwegs und plötzlich, zack, kommt ein Gähnen, und dein Gesicht wirkt kurz so, als hätte es ein riesiges Loch im Mund. Und kurz danach ruckt dich ein Schluckauf, als hätte dein Zwerchfell eine Kupplung, die komplett rumzickt.
Beides sind einfach Reflexe. Also kleine automatische Körperprogramme, wie wenn dein Handy scheinbar grundlos neu startet. Sieht nach „einfach so“ aus, dabei war’s halt Zeit für einen System-Reset.
Wozu gähnt der Körper?
Lange hieß es, wir gähnen wegen Sauerstoffmangel. Heute wirkt diese Erklärung eher so mittel. Man geht inzwischen davon aus, dass Gähnen mehr damit zu tun hat, den Zustand des Gehirns zu regulieren (ruhig, wach, schläfrig und so weiter) und dass es auch eine soziale Komponente hat. Stell dir Gähnen wie ein automatisches Fenster-auf-System in einem Haus vor, das eine Weile zu war: frische Luft rein, Gesichtsmuskeln strecken sich, die Atmung verändert sich und der Körper sortiert sich ein kleines bisschen neu. Es gibt sogar Studien, die darauf hindeuten, dass es helfen kann, das Gehirn leicht abzukühlen, wie wenn du kurz den Deckel vom Topf anhebst, damit es nicht völlig überkocht.
Warum ist Gähnen ansteckend?
Weil wir Rudeltiere sind. Wenn du jemanden gähnen siehst, können im Gehirn Netzwerke anspringen, die mit Nachahmung und Empathie zu tun haben. Wie wenn in einem Raum eine Person anfängt zu klatschen, dann klatschen zwei mit, und plötzlich klatscht einfach jede und jeder kurz mit. Das ist keine Manipulation, dein soziales System hört nur den Ruf der Gruppe.
Im Wald nennen wir das emotionales WLAN. Ohne ein Wort richtet sich dein Körper nach dem deines Nachbarn aus.
Was ist Schluckauf eigentlich genau?
Schluckauf ist ein unwillkürlicher Krampf des Zwerchfells (der Muskel, der beim Atmen wie ein Kolben arbeitet). Durch den Krampf strömt Luft plötzlich hinein und direkt danach schnellt die Glottis (das kleine Türchen im Kehlkopf) zu. Daher kommt das berühmte „Hicks“. Das ist wie wenn etwas nicht funktioniert und man ihm einen kleinen Klaps gibt, damit’s wieder läuft.
Warum kommt Schluckauf, wenn man zu schnell isst oder trinkt?
Weil das System, das Schluckauf steuert, empfindlich auf Reizungen und komische Bewegungen in Brust und Bauch reagiert. Ein zu voller Magen, Sprudel, Luft schlucken, plötzliche Temperaturwechsel, all das kann den Schluckauf wecken. Mitten in dem ganzen Thema sind Nerven wie der Vagusnerv und der Phrenikusnerv, so eine Art Kabel, die Nachrichten zwischen Bauch, Zwerchfell und Gehirn hin und her schicken. Wenn diese Kabel aufdrehen, kann der Reflex losgehen.
Magikitos-Interpretation: Gähnen und Schluckauf sind zwei Erinnerungen aus dem echten Leben. Nicht alles lässt sich mit dem Kopf steuern. Manchmal ist das Klügste, die Unterbrechung anzunehmen, zu atmen, Tempo rauszunehmen und den Körper seine Wartungsroutine machen zu lassen, ohne ihn dabei zu bewerten.