Warum auf manchen Berggipfeln Muscheln auftauchen
WissenschaftshäppchenHeute Morgen sind wir beim Aufstieg auf den Berg über ein winziges Muschelchen gestolpert, fest in einen Stein eingelassen, so wie man mitten auf einer Wiese eine vergessene Badeschlappe findet. Und klar haben wir uns alle angeschaut und gesagt: „Ey, was macht das denn hier oben, bitte?”
Die Antwort ist genauso krass wie wahr. Denn da, wo du heute die Steigung hochschnaufst, sind vor Millionen Jahren Fische herumgeschwommen und kleine Tierchen haben ganz entspannt unter Wasser gewohnt.
Was ist eigentlich ein Fossil?
Ein Fossil ist wie ein 3D-Foto, das die Natur von einem Lebewesen aus uralten Zeiten gemacht hat. Stell dir vor, eine Muschel sinkt auf den Meeresboden und wird von Schicht um Schicht aus Sand und Schlamm bedeckt. Mit der Zeit verschwindet die Muschel selbst, aber sie hinterlässt eine perfekte Form im Gestein. Dann füllen Mineralien aus der Erde diesen Hohlraum und daraus wird ein Stein, exakt in Muschelform. Als hätte das Meer eine kleine Keks-Muschel in eine Tupperdose für Steine gepackt und sie Millionen Jahre aufgehoben, nur damit du sie heute findest.

Wie kommt Meeresboden bitte bis in die Wolken?
Damit man das kapiert, stell dir die Erdkruste wie ein Puzzle aus riesigen Teilen vor, die sich mit einer nervig langsamen Ruhe bewegen. Manchmal krachen zwei dieser Teile frontal zusammen, so heftig, dass der Boden sich einfach nach oben stauchen muss. Das ist genau wie bei einem Teppich, den du gegen die Wand schiebst: Da entsteht eine Wulst, die immer höher wird und eine kleine „Bergfalte” bildet. Dieses Aufstauchen der Platten, aus denen der Erdboden besteht, hat alte Meeresböden angehoben, bis daraus Bergspitzen mit tausenden Metern Höhe wurden.
Sieht man in Spaniens Bergen leicht Fossilien?
In Spanien sind wir da echt Glückskinder, wir haben überall geologische Freiluftmuseen. In den Pyrenäen, in den Betischen Kordilleren oder im Kantabrischen Gebirge ist es total normal, dass du auf einem Weg läufst und plötzlich Meeresschnecken oder Korallen wie eingraviert im Fels siehst. Die hat niemand hochgeschleppt, nur um cool zu wirken. Das ist der Planet, der im großen Stil bastelt. Es ist der Beweis, dass die Landschaft von heute nicht immer so war und dass die Erde viel mehr Erinnerung hat, als man denkt.
Interpretation der Magikitos: Wenn du dich heute fehl am Platz fühlst, denk an die Muschel am Berg. Vielleicht bist du nicht falsch. Vielleicht bist du einfach richtig weit und richtig hoch gekommen und trotzdem trägst du in dir noch die ganze Kraft des Meeres vom Anfang.